Was ist Visualtraining?  
   

Optometrisches Visualtraining ist das zielgerichtete Training der Grundfunktionen des Sehens und der visuellen Wahrnehmung. Visualtraining ist ein Teilgebiet der Funktional-Optometrie.

> Was ist Funktional-Optometrie?

Die Funktional-Optometrie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund eines nicht idealen Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung und Sehverarbeitung führen.

> Was ist ein optometrisches Visualtraining?

Optometrisches Visualtraining ist das zielgerichtete Training der Grundfunktionen des Sehens und der visuellen Wahrnehmung

Durch das Training wird das Sehen so geschult, dass die täglichen Sehaufgaben mit mehr Ausdauer, mehr Präzision und weniger Anstrengung vollbracht werden können. Man kann das Ziel des Visualtrainings auch mit drei Worten zusammenfassen:

                                                      Komfort und visuelle Leistungsfähigkeit

Die Analyse funktioneller Sehprobleme erfolgt mittels genauer Befragung der Vorgeschichte, einer langen Messreihe und der Erfahrung des Optometristen. Wir gewinnen so einen Gesamteindruck vom Problemkreis des jeweils betroffenen Kunden. Die festgestellten Defizite können somit gezielt mittels optometrischem Visualtraining beseitigt und die gesamte Leistungsfähigkeit aller Teilbereiche (s.unten) des visuellen Systems, verbessert werden.

Ein spezielles Sehproblem ist immer nur Teil des Gesamtsystems, deshalb muss immer der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Die visuelle Wahrnehmung entwickelt sich vom Säugling bis zum Greis - es gibt kein Ende der Entwicklung! Und: Das Sehen ist kein isolierter Prozess, sondern es steht in sehr engem Zusammenhang mit den anderen Sinnen und da insbesondere mit dem Hören und dem Gleichgewicht (vestibulookulärer Reflex).

Oft lassen sich visuelle Probleme nicht nur durch Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen (z.B. durch die Verordnung einer Brille), sondern es muss vielmehr das Sehverhalten insgesamt verändert werden z. B. die Ergonomie, Beleuchtung, Arbeitsablauf, schlechte Gewohnheiten, etc.

 

 

 

 

 

> Die Grundzüge der visuellen Wahrnehmung

Die visuelle Wahrnehmung ist ein außerordentlich komplexes Zusammenspiel von vielschichtigen neurophysiologischen Funktionen, teilweise noch unzureichend er­forscht und uns in ihrer Bedeutung im Alltag (selbstverständlich) auch nicht immer so recht bewusst.

Sie ist nicht isoliert von anderen Sinnen zu betrachten – ist doch z.B. die bildliche Vorstellung einer Zitrone gleichzeitig auch mit dem Bewusstsein von deren Ge­schmack und dem Anfühlen ihrer Oberfläche verbunden!

Gleichwohl muss man, um die Funktionen eines einzelnen seiner Sinne verstehen zu können, eine isolierte Betrachtung vornehmen.

Um die Visualität, also „Das Sehen” anschaulich zu machen, eignet sich das ver­einfachte Modell von Skeffington mit den vier Kreisen der visuellen Teilbereiche:

    

A) Augenbewegungen zur Klärung des eigenen Standortes – wo bin ich? (Orientierung)

B) Fixation auf den Punkt des Interesses – wo ist es? Durch die Konvergenz der Augen (Betätigung der äußeren 
    
Augenmuskeln) ist die Standortbestimmung des betrachteten Gegenstandes möglich.

C) Scharfstellen des betrachteten Gegenstandes zur Erkennung – was ist es? (Betätigung
     der
 Akkommodationsmuskulatur).

D) Visualisation – sich ein Bild machen – wie ist es? (Vermischung mit sprechen, hören, fühlen, schmecken).

E) Gesamtheit der visuellen Wahrnehmung, das eigentliche „Sehen”, als Ergebnis des Zusammenwirkens aller
     beteiligten Einzelfunktionen
.

Je größer die „visuelle Erfahrung” ist, also je mehr Erfahrungsmuster in möglichst guter Qualität zum Vergleich zur Verfügung stehen, um so effizienter ist die visuelle Wahrnehmung hinsichtlich Aufnahme- und Leistungsfähigkeit.

Als Beispiel sei das Autofahren angeführt:
Ein Anfänger muss im Straßenverkehr auf jede einzelne Bewegung, jedes Bremslicht, auf jeden Fußgänger, konzentriert achten, um beurteilen zu können, ob die Situation sicher oder gefährlich ist.
Der erfahrene Autofahrer hat eine selektive Wahrnehmung erreicht, er reagiert nur noch auf Situationen, die erfahrungsgemäß gefährlich sein könnten. Dadurch fährt er gegenüber dem Anfänger wesentlich entspannter und kann die Aufmerksamkeit viel länger aufrechterhalten.

> Unbeschwertes und leistungsfähiges Sehen ist nur möglich, wenn alle Teilbereiche flüssig ineinandergreifen und sich nicht gegenseitig behindern oder ausschließen!

 



 
 
  

  Bischof Optik, Obere Bahnhofstrasse 41, 9500 Wil, Tel. 071 911 22 61, info@bischofoptik.ch